I can’t hate myself into being a better version of myself…

Diese Worte sind unglaublich mächtig, wunderschön und augenöffnend. Ich habe den Gegensatz dazu in meinem „kurzen“ Leben bereits gemeistert. Jede Veränderung, jeden ersehnten Kurswechsel habe ich mit den Grundgedanken eingeleitet:

  • wer ich bisher war, wer ich bin ist schlecht, schwach, kaputt, verächtlich;
  • was ich bisher getan habe, wie ich bisher agiert habe ist schlecht, erbärmlich, verächtlich und auf jeden Fall korrekturbedürftig.

Jede Veränderung in meinem Leben hat sich im Kern wie eine Strafe angefühlt – nicht weil gewisse Ziele nicht durchaus schön, bereichernd, wertvoll und notwendig gewesen wären. Sondern weil ich den Weg dorthin für mich selber so giftig gestaltet habe, dass ich mich heute oft frage: WIE habe ich so manches trotz all dem geschafft? Wie konnte ich von A nach B, wenn meine innere Stimme der schlimmste Kritiker war, den man sich nur vorstellen kann? Der nach Außen Akzeptanz, Empathie, Zuwendung gelebt (gepredigt?) hat, diese Grundwerte nach innen, für den eigenen Bedarf aber nie leben und anwenden konnte… Wie zerrissen, wie wenig authentisch und integer muss es für meine jüngeren „Selves“ gewesen sein, sich zu anderen mit wohlwollender Wärme wenden zu wollen, davon aber nichts für die innere Welt aufheben zu können.?

Es ist nicht lange her, dass ich diesen Satz zum ersten Mal gehört habe. Und auch wenn ich dessen Richtigkeit und Wichtigkeit heute verstehe, muss ich trotzdem aussprechen: es fällt mir nach wie vor schwer, in den Momenten der Erkenntnisse über das eigene Verhalten nicht sofort wieder den Impuls zu folgen: „siehst Du, du kannst es noch immer nicht besser, du hast noch immer nichts gelernt, du stehst noch immer genau da mit deinem Gepäck, mit deinem Schmerz. Und du wirst es auch nie überwinden. Du wirst dich nicht bessern, du wirst dich nicht besser schlagen…“.

Meine innere Stimme ist gemein. Scharf, unfassbar kritisch, harsch, intolerant und fordernd. Sie für ist gefühlt NICHTS gut genug. GENUG.

But I can’t hate myself into a better version of myself. Vielleicht ist es ein wichtiger erster Schritt, mich hin und wieder bei diesem inneren Dialog zu ertappen, die „Musik“ zu erkennen und kurz auf Pause zu drücken: na warten wir mal kurz… schon wieder der gleiche Song… Hat mich der schon jemals dazu verholfen, dass ich mich besser fühle, meinen Gefühlen Zeit und Raum geben kann, zu sein? Habe ich auf dem alten Weg JEMALS eine stabile, integrierte, positive Veränderung erzielen können?

Ich weiss noch nicht so recht, wie es besser geht, wie ich mich liebevoller begegnen kann. Aber vielleicht reicht es an dem Punkt vollkommen, zu erkennen, dass ich nicht mehr gemein zu mir sein will. Weil ich tief in meinen Knochen glaube, dass Hass nicht zur Heilung und definitiv nicht zur Liebe führt.

Es fallen mir dazu zwei wunderschöne Zitate ein…

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“ Viktor Emil Frankl

Den Raum zu spüren, zu erkennen, zu halten. Da liegt unsere Kraft drinnen. Ich wünsche mir, ich wünsche uns allen, diesen immer öfters wahrzunehmen und durch den zu etwas Besseres zu wachsen.

Darkness cannot drive out darkness; only light can do that. Hate cannot drive out hate; only love can do that. Martin Luther King, Jr.


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